Das Einmalprinzip

Ein persönlicher Impuls von Klaus Eisenhauer

Bewusst genießen. Gründlich verstehen. Freiraum schaffen.

Nicht automatisch mehr nehmen. Nicht dieselben ungelösten Schleifen drehen. Sondern einer Sache die Aufmerksamkeit geben, die sie verdient – und dadurch Raum für Neues gewinnen.

Einmal richtig – nicht beim ersten Versuch perfekt.

Das Einmalprinzip ist für mich eine Haltung zum bewussten Umgang mit Aufmerksamkeit und Lebenszeit. Es beginnt mit einer einfachen Frage: Was möchte ich wirklich – und was tue ich nur aus Gewohnheit?

Das Wort „Eins“ setzt dabei einen kleinen Impuls: einmal bewusst genießen, eine Erfahrung aufmerksam erleben oder ein Problem so gründlich verstehen und lösen, dass unnötige Wiederholung vermieden wird. Nicht als starre Regel. Sondern als Einladung, genauer hinzuschauen.

Eine Haltung. Drei Erfahrungen aus meinem Leben.

Genießen, statt sich zu überfüllen

Warum zwei Würste, wenn ich eine bewusst genießen kann? Warum automatisch ein zweites Stück Kuchen nehmen? Seit ich darauf achte, wähle ich zunächst eins und nehme wahr, ob es für mich genug ist. Es geht mir nicht um Verbote, sondern darum, mein eigenes Maß zu erkennen.

Ihr Impuls: Möchte ich wirklich mehr – oder greife ich nur aus Gewohnheit zu?

Erleben – und Neues entdecken

Anfang der 2000er-Jahre unternahm ich mit meiner Frau jedes Jahr eine Fahrradtour von rund 1.000 Kilometern. Diese Reisen zu zweit gehören zu meinen schönsten Urlaubserinnerungen. Trotzdem wollte ich keine Strecke ein zweites Mal fahren: Die nächste Reise sollte mir neue Eindrücke eröffnen.

Ihr Impuls: Was möchten Sie vertiefen – und wo reizt Sie eine neue Erfahrung?

Lösen, damit Menschen weiterkommen

Im Support war mein Anspruch, ein Problem nicht nur zu beheben. Ich wollte die Lösung so erklären, dass der Mensch sie verstand und künftig selbst weiterkam. Wenn dasselbe ungelöste Problem wieder auftauchte, fragte ich mich: Was hatte ich noch nicht ausreichend verstanden, gelöst oder erklärt?

Ihr Nutzen: mehr Verständnis und Selbstständigkeit statt immer derselben Problemschleife.

Die Philosophie verstehen – nicht nur den richtigen Knopf finden.

Als ich mir 1988 CAD – computergestütztes Konstruieren – selbst beibrachte, waren Handbücher meine Grundlage. Erklärvideos und schnelle Hilfe per Videoanruf standen mir nicht zur Verfügung. Also versuchte ich, mich in den Entwickler hineinzuversetzen: Was wollte er ermöglichen? Welche Überlegung steckte hinter dem Aufbau? Wie sollte ich damit arbeiten?

Ich wollte nicht nur einzelne Funktionen bedienen. Ich wollte die Philosophie des Programms, des Systems und der Prozesse verstehen.

Diese Herangehensweise half mir über viele Jahre im Kundeneinsatz, auch bei neuen Systemen, unterschiedlichen Unternehmen und unbekannten Herausforderungen. Heute begleitet sie mich ebenso bei meiner intensiven Beschäftigung mit künstlicher Intelligenz seit 2021: ausprobieren, Zusammenhänge verstehen und auf gewonnenen Erkenntnissen aufbauen.

Wer Zusammenhänge versteht, kann selbstständiger handeln.

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Wiederholung darf sinnvoll sein.

Üben, lernen und besser werden brauchen Wiederholung. Ein vertrauter Urlaubsort kann genauso wertvoll sein wie ein neuer. Das Einmalprinzip urteilt darüber nicht. Die Frage lautet: Bringt dieses Noch einmal Genuss, Erkenntnis oder Verbesserung – oder läuft es nur automatisch weiter?

Auch eine gute Lösung darf angepasst werden, wenn neue Erkenntnisse oder Anforderungen hinzukommen. „Einmal richtig“ bedeutet Sorgfalt und Verständnis, nicht Fehlerfreiheit beim ersten Anlauf.


Probieren Sie es bei einer kleinen Sache aus.

Sie müssen nicht Ihren ganzen Alltag verändern. Wählen Sie eine Situation, in der Sie häufig automatisch mehr nehmen oder dieselbe Schleife wiederholen.

  1. Bemerken: Was mache ich gerade automatisch?
  2. Verstehen: Was steckt dahinter – Gewohnheit, Unsicherheit oder ein wirklicher Wunsch?
  3. Unterbrechen: Was kann ich diesmal bewusst weglassen?
  4. Anders wählen: Was wäre für mich jetzt passend und genug?
  5. Ausprobieren: Tun Sie es und nehmen Sie wahr, was sich dadurch verändert.

Nicht als Prüfung Ihrer Disziplin. Sondern um Ihr eigenes Maß zu finden, Zusammenhänge zu erkennen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.

Wo wünschen Sie sich mehr Freiraum?

Vielleicht beschäftigt Sie eine wiederkehrende Schwierigkeit, ein unklarer Ablauf oder ein System, das Sie besser verstehen möchten. Schildern Sie mir Ihr konkretes Anliegen. Wir schauen gemeinsam, wo Klarheit fehlt und welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

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